Wohnungspolitik

Bezahlbares Wohnen und Klimaschutz in Wardenburg

Bau- und Klimaschutzexperte Christian Meyer unterstützt Grünen- Bürgermeisterkandidat Thomas Wilde

Wie in anderen Teilen Deutschlands wird auch in Wardenburg die Situation auf dem Wohnungsmarkt immer brenzliger. Viele Menschen suchten hier oft vergeblich nach einer erschwinglichen Bleibe. Veronika Hillenstedt, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Gemeinderat, begrüßte die Bürgerinnen und Bürger zur Veranstaltung „Gutes, faires Wohnen in Wardenburg und Klimaschutz – wie geht das zusammen?“, zu der der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen eingeladen hatte.

Einen Einstieg ins Thema gutes Wohnen in Niedersachsen lieferte der grüne Landtagsabgeordnete und wohnungsbaupolitische Sprecher Christian Meyer. „Angemessenes Wohnen zu erschwinglichen Preisen wird zu neuen Sozialen Frage. In Niedersachsen allein fehlen 300.000 Wohnungen. Die Zahl der Sozialwohnungen droht von 90.000 auf nur noch 30.000 landesweit zu sinken. Gleichzeitig steigen die Mieten, so dass teure Mieten immer mehr den sozialen Frieden unserer Gesellschaft gefährden. Schon jetzt müsse jeder Fünfte in Deutschland lebende Mensch mehr als 40% des Einkommens für Wohnen ausgeben.

Gleichzeitig ist der Gebäudesektor, insbesondere die Wärme für 30 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Statt Förderung für neue Ölheizungen wollen die Grünen daher konsequent Solarenergie, Solarthermie und Heizen mit Wärmepumpen auf Basis erneuerbarer Energien fördern. Christian Meyer unterstützte den Bürgermeisterkandidaten Thomas Wilde mit seiner Forderung nach einem klimaneutralen Wardenburg 2030.

Thomas Wilde: Die Gemeinde ist gefordert, alle zur Verfügung stehenden Instrumente zu nutzen, um den Bau von bezahlbarem Wohnraum voranzutreiben. Dies kann z.B. durch den Kauf von Flächen durch die Gemeinde und Veräußerung über „Konzeptvergabe“ mit Auflagen, wie vorrangige Versorgung der ortsansässigen Bevölkerung, sozialen- und Umwelt relevanten Aspekten und nicht per Höchstpreisabgabe erfolgen. Alternativ könnte durch eine eigene Wohnungsbau Genossenschaft gebaut werden. Erbbaurecht sichert die Fläche langfristig in Gemeindehand. Durch kommunales Flächenmanagement kann bezahlbarer Wohnraum auf innerörtlichen Flächen gezielt durch Nachverdichten oder Aufstockung gefördert werden; hierzu stehen auch Fördermittel zur Verfügung. Die Gemeinde kann durch Erleichterung auf der Genehmigungsebene Bauen beschleunigen. Im Baugesetzbuch stehen das vereinfachte- und beschleunigte Verfahren zur Verfügung. Auch das Ausweisen von „urbanen Gebieten“ beschleunigt Genehmigungsverfahren. Wenn die Gemeinde will, kann sie gestalten. Gleichzeitig ginge der soziale Wohnungsbau zurück, weil dieser für Investoren nicht attraktiv sei, und in den kommenden Jahren fiel ein Großteil der Sozialwohnungen aus ihrer Zweckbindung. „Aber es wird auch gegengesteuert: in Osnabrück sprach man sich kürzlich mit überwältigender Mehrheit für die Wiedereinführung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft aus. Wir Grüne fordern eine Wohnungsbaugesellschaft auch auf Landesebene.“ Dass gutes Wohnen und clevere Lösungen zum Klimaschutz sich nicht widersprechen müssen, machte der GrünenLandtagsabgeordnete deutlich: „Wir Grüne wollen eine Änderung der Niedersächsischen Bauordnung, sodass Dachgeschosse leichter ausgebaut oder auch auf den Dächern von Supermärkten neuer Wohnraum errichtet werden kann. Außerdem sollen alle Hausdächer mit Solaranlagen versehen werden, so sparen wir Fläche“.

Welche Konzepte sich speziell für Wardenburg eignen, darauf ging der grüne Bürgermeisterkandidat Thomas Wilde ein:

Das Identifizieren und Ausweisen von Flächen für Nachverdichtung im Dialog mit Anliegern auszuweisen, um innerorts bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Bestehende Wohngebiete quartiersmäßig zu entwickeln und durch Preisstaffelung Kontingente günstiger Wohnungen zu erstellen. Eingebettet müssen alle baulichen Planungen in ein Gesamtentwicklungskonzept für die Gemeinde sein. Mobilität, Infrastruktur sowie Einzelhandelsversorgung sind dabei genauso wie Gewerbeentwicklung und Naturschutzbelange zu berücksichtigen. Das Gesamtkonzept soll mit Bürgerbeteiligung entstehen und ist dabei ganzheitlich zu betrachten, unter dem Aspekt die Gemeinde bis 2030 klimaneutral aufzustellen.

In der lebhaften Diskussion des Abends wurde deutlich, dass vor allem eine Gesamtplanung zu guter Nahversorgung, Wohnen, Gewerbe, Bildung und Grünflächen für Wardenburg nötig ist.

Bezahlbares Wohnen und Klimaschutz in Wardenburg

Der Landtagsabgeordnete machte deutlich: „Wir Grüne wollen eine Änderung der Niedersächsischen Bauordnung, sodass Dachgeschosse leichter ausgebaut oder auch auf den Dächern von Supermärkten neuer Wohnraum errichtet werden kann. Außerdem sollen alle Hausdächer mit Solaranlagen versehen werden, so sparen wir Fläche“.

„Wohnen und Klimaschutz ist für uns alle lebenswichtig, und wir Grüne haben dazu gute Antworten. Deshalb unterstütze ich Thomas Wilde als Bürgermeisterkandidat und hoffe auf ein positives Wahlergebnis am 8. September!“, so Christian Meyer abschließend.